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Die Küste der Türkischen Riviera ist voll von Touristenzentren.
Hotelanlagen, die – so scheint es – überall dort aus der Erde wuchsen, wo
freier Platz war. So sieht es auch zwischen
Antalya und Alanya
aus. Da ist das Meer, die Straße und daneben stehen die Hotels. Jetzt um
diese Jahreszeit ist das Strandleben wetterbedingt gleich null. Auch wenn
die Temperaturen noch bei rund 17°C liegen und die Sonne scheint, so ist es
doch recht unangenehm. Denn in den letzten Tagen gab es bereits Schnee in
Ankara und der brachte sehr kalten Ostwind an die Küste. Klar, dass dabei
niemand im Meer schwimmen wollte.
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Wo
jetzt um diese Jahreszeit ab und zu ein paar Gäste einen Strandspaziergang
machen, liegen in den Sommermonaten die Touristen dicht neben einander. Für
sie sind diese großen Hotelanlagen entstanden. So wie unser Hotel mit fast
400 Zimmern. Das Hotel ist neu, die Zimmer groß und mit allem eingerichtet,
was man braucht. Verständlich, dass allerdings das Restaurant von seiner
Kapazität her auch so viele Gäste aufnehmen muss. Gäste, die Halbpension und
zum größten Teil all inclusive gebucht haben.
Natürlich bleibt in solchen Häusern ein gediegenes Ambiente, persönliche
Kontakte und Dienstleistung auf der Strecke. |

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Was macht man nun, wenn Baden im Meer nicht geht? Ganz einfach: Man stellt
sich an die Straße und wartet auf ein Dolmus. Diese Busse chauffieren
Einheimische und Gäste von Ort zu Ort. Wenige Euros kostet die einfache
Fahrt nach Antalya.
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Für
uns heißt das: auf ins Marktgewühl. Wir lassen uns einfach treiben durch den
Textilmarkt, hinüber zu den Fischständen und in den Gewürzbasar. Viele große
Designer lassen in der Türkei fertigen und das meist wegen des niedrigen
Lohnniveaus. Überschussproduktion landet dann hier auf den unzähligen
kleinen Ständen. Weihnachten steht vor der Tür und so haben auch wir Jeans
namhafter Hersteller für unsere Enkelkinder erworben. Selbstverständlich ist
Feilschen angesagt. Für uns Europäer immer eine kleine Herausforderung. Für
die Türken eine Kleinigkeit ….. |
Bevor wir abgeflogen sind, habe ich Inventur in unserem Gewürzschrank zu
Hause gemacht. Die Liste der fehlenden Dinge soll hier auf dem Gewürzmarkt
abgearbeitet werden. An welchem der unzähligen Stände nun der beste Händler
seine Arbeit macht, ist schwer zu sagen. Da geht man eben dorthin, wo es
einem gefällt. „Unser“ Händler lädt uns erst einmal zum Tee ein und dann
beginnt mein würziger Einkauf. Zum Schluss wechseln 20 Euro den Besitzer. Na
ja, der echte dunkelrote Safran ist dabei das teuerste Gewürz.
Nach so viel Handel haben wir uns einen Türkischen Mokka verdient ..... |
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Alanya wurde in der Antike
Korekesion genannt und war damals Grenzstadt zum rauen Kilikien. Bereits
140 Jahre v.Chr. bot die Festung oberhalb der Stadt Schutz vor den Piraten.
Marcus Antonius
schenkte Kleopatra 100 Jahre später diese Feste. Kleopatra soll den
Strand zu Füßen der Burg so geliebt haben, dass sie ihn immer zum Baden
aufgesucht hat. Heute trägt dieses Fleckchen Erde ihren Namen.
Eine
asphaltierte Straße führt heute hinauf zur Ic
Kale, der Zitadelle. Der Weg lohnt sich, denn über die
Festungsmauer eröffnet sich der Blick hinunter auf die Stadt und ihre
Strände. Das blaue Meer und der Himmel umrahmen das Bild. |

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Adam Atacagi
holt uns in die raue Wirklichkeit zurück. Zur Zeit der Seldschuken
war diese Hinrichtungsstätte am Abhang der Burg Schauplatz vieler Tragödien.
Kriegsgefangene wurden hier in die Tiefe gestürzt. Aber erst, nachdem man
ihnen eine letzte Chance gegeben hat. Denn, wenn sie mit einem Stein direkt
in das Meer treffen, wurden sie begnadigt.
Versuchen Sie – liebe LeserInnen – das einmal. Gut, dass diese Art der
Verurteilung heute nicht mehr ausgeübt wird, denn meist landet der Stein mit
einem Aufprall weit vor dem Wasser.
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Von
der Festung aus erblickt man auch das Hafengebiet. Wir wollen es näher
besuchen. Unten angekommen, stehen wir vor dem
Kizil Kule, dem Roten Turm. Der Bau wurde 1228 beendet und
diente danach als Befestigungsbollwerk der Seldschuken. Heute beherbergt der
Turm das Ethnologische Museum. |

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Hier
unten am Hafen liegen hübsche Jachten und kleine Ausflugsboote, mit denen
man die Halbinsel umschippern kann.
Seit
gestern allerdings ist starker Wind aufgekommen. Die Boote können heute
nicht raus auf das Meer fahren. Doch hier in der Bucht ist es windgeschützt
und die Sonne meint es auch gut mit uns. Ein Bummel entlang der Hafenmeile
ist daher ein netter Zeitvertreib. Es ist nicht allzu voll jetzt im
November. Allerdings kann ich mir das – vor allen Dingen – nächtliche
Treiben in den dicht an dicht stehenden Restaurants, Bars und Cafés in den
Sommermonaten vorstellen, wenn nach Sonnenuntergang das Neonlicht angeht. |
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Wie
gesagt: Es ist sonnig aber kalt und windig. So kann man nur mit warmer Jacke
einen Spaziergang vom Hotel am Strand entlang machen. Ein bisschen
durchgefroren kommen wir wieder zurück. Schön wäre jetzt ein steifer
Grog! Na ja, ein Türkischer Mokka und Raki tut es auch.
So
gehen unsere acht Tage an der Türkischen Riviera zu Ende. Morgen bringt uns
der Flieger wieder heim nach Hannover! |
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Zu
unseren Bildern von der Türkischen Riviera!
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Resümee:
Wir sind mit gemischten Gefühlen in die Türkei gekommen. Teilweise haben
sich unsere Befürchtungen hinsichtlich Massentourismus bestätigt. Obwohl
November, sind doch viele Gäste hier. Sicher ein Ergebnis des sehr stark vom
türkischen Staat subventionierten Tourismusgeschäftes. Viele Gäste bringen
so über den Preis das Geld ins Land. Und das sicherlich zulasten eines
Individualtourismus.
Wir
haben aber auch viele nette Kleinigkeiten und Dinge erlebt, die – wenn man
tiefer in das Landesinnere fährt und Zeit investiert – sehr viel mehr von
der Kultur und der Freundlichkeit der Menschen zeigen. Die Türkei ist
orientalisch durch und durch, denn die 3 % des Landes, die zu Europa
gehören, machen es dadurch nicht europäischer. Viele Einheimische schauen
mit Unbehagen der Zeit entgegen, da die Türkei Mitglied der EU werden soll.
Ich zweifele ebenfalls …..
Ein
Land, das teils islamisch geprägt und teils seine Wurzeln in alter
Nomadentradition hat, sollte selbst seine Zukunft gestalten und das bei
einem Spagat zwischen Anschluss an den Westen und Erhaltung überlieferter
Kultur. |
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