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Drei Fünftel der Fläche des Landes sind bewaldet. Ein großes zusammenhängendes Biotop, das seinesgleichen auf der Welt sucht. Dazu gehört der 1,8 Millionen Hektar große Parque Nacional Manú, der Manu Nationalpark, von ein kleiner Teil für Besucher offen steht; der restliche Waldbereich ist nur Wissenschaftlern und Tierschützern vorbehalten. Mehr als 850 Vogelarten leben hier. Der Jaguar hat in Manu noch ein Rückzugsgebiet gefunden, um im Schutz des Regenwaldes fernab der Menschen zu überleben. Außer dieses staatlichen Nationalparks gibt es das Reserva Nacional Tambopata Candomo . Das mit 1,5 Millionen Hektar fast ebenso große Reservat grenzt im Osten an den Manupark und zieht sich bis hin zur Stadt Punta Maldonado. Fünf Flüsse schließen sich hier zusammen, und bilden einen der Quellflüsse des Amazonas. Wir haben das Blanquillo Ecological Reserve besucht und unser Quartier in der gleichnamigen Lodge aufgeschlagen. Blanquillo umfasst 14.000 Hektar und ist im Boot in gut drei Stunden vom kleinen Buschflughafen aus zu erreichen. Vom Flughafen Cusco starten mehrmals die Woche Kleinflugzeuge in Richtung Boca Manu Airstrip. Mehr als eine holprige Graspiste – in den Urwald geschlagen – und eine Holzplattform mit Tisch, Funkgerät und Autobatterie erinnert hier nichts an einen Flughafen. Die Maschine, in der nur ein paar wenige Menschen Platz finden (und natürlich ihr Gepäck), bringen uns – Hubert und mich - die beiden Piloten und der Bordmechaniker sicher in 45 min. aus der Zivilisation in die Wildnis. Gott sei Dank! Es regnet nicht, denn bei feuchtem Untergrund ist das Landen, bzw. später das Starten unmöglich. |
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10:00 Uhr - Wir checken im Cusco Airport ein. Um uns herum unsere Reisetaschen, Ölfässer, Autobatterien, Lebensmittel usw. usw. Die Flughafengebühr muss bezahlt und Gepäck gewogen werden. Mit einem Mal werden auch wir freundlich aufgefordert, zwecks Gewichtskontrolle auf die Waage zu steigen. Sind wir etwa zu schwer für den Regenwald? Nein! Aber nur so ist festzustellen, wie hoch das Ladegewicht der Maschine ist. Nun gut, wir nehmen diese kleine Besonderheit schmunzelnd hin. |
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10:45 Uhr - Von unseren Plätzen aus können wir dem Piloten über die Schulter schauen. Da taucht vorne eine Schneise auf im sonst so dichten Regenwald. Die Graspiste also. Langsam senkt sich die Maschine und setzt sanft auf. Als sich die Tür öffnet, kommt uns sofort die feuchte warme Luft des Regenwaldes entgegen. Wir sind jetzt fast auf Meereshöhe und haben während des Fluges über 3000 Höhenmeter von Cusco herunter überwunden. In Cusco selbst ist jetzt Winter, da merkt man den Temperaturunterschied schon gravierend. |
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Sofort sind auch die vielen kleinen Moskitos da. Schnell haben wir unser Repellent gegen die Plagegeister rausgeholt und eingesprüht. Mit Juri – der uns die nächsten Tage durch den Regenwald begleiten wird – gehen wir die wenigen Meter runter zu Fluss. Ein Motorboot bringt uns in 2 Stunden zur Blanquillo Lodge. Die ersten Eindrücke sind vollkommen neu für uns. Ist es doch unser erster Aufenthalt in Südamerika. Wir kennen zwar die Savannen Afrikas, aber dieses hier ist eben undurchdringlicher Regenwald. |
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14:00 Uhr - Der Anleger von der Blanquillo Lodge kommt näher. Direkt am Flussufer gelegen, werden wir von der Mannschaft der Lodge begrüßt. Acht Menschen haben hier Arbeit gefunden und sind sehr um das Wohl der Gäste besorgt. Es ist jetzt keine Hochsaison, obwohl die Trockenzeit eine ideale Reisezeit ist. Darum ist es sehr ruhig, wir sind fast die einzigen Gäste. Paradiesische Zustände! Wäre da nicht Maria gewesen. Maria ist zwar nur ein Scarlett-Ara-Weibchen, aber trotzdem zeigt sie deutlich, wen sie mag und wen nicht. Schließlich ist sie die einzige ihrer Art im Camp, die hier mit den Menschen lebt. Und das mitten im peruanischen Regenwald so nahe der Stelle, an der
die eigenen ArtgenossInnen frei in der Natur herumfliegen. |
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Maria sitzt natürlich nicht im Käfig. Was letztendlich zu dem Problem führt, mit dem ich (Uta) mich täglich auseinandersetzen muss. Maria mag keine Frauen! Zu dieser Erkenntnis muss ich zwangläufig gelangen, da sie sich wie eine Wilde auf mich stürzt jedes mal, wenn sie mich sieht. Sie beißt in meine Schuhe und Körperteile, die sie erreichen kann. Als ich mich einmal bücke, um etwas aufzuheben, geschah es. Sie hackt in meinen Finger, was natürlich unheimlich weh tut. Mit stolz gefüllter Brust fliegt sie weg, selbstverständlich in der Meinung bestärkt, mich tyrannisiert zu haben. |
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Das ist also die Blanquillo Lodge Links der Wohn- und Essbereich Klar, das Maria auch überall dabei sein muss ..... |
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Wie überall in Peru – so dicht am Äquator – setzt auch hier die Nacht schlagartig ein. Natürlich gibt es keine Stromleitungen, so dass die Beleuchtung mit sehr viel Fantasie entstand. Ein ca. ein Meter hoher Bambuspfahl in die Erde gesetzt, mit Sand gefüllt, oben eine leere Cola- oder Bierflasche mit Kerosin und einem Docht durch den Kronkorken gesteckt. Schon ist die Lampe fertig. So wird der Weg von der Wohnraumplattform zur Schlaf- und Sanitärplattform beleuchtet. |
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Freitag, 06. Juli 2001 05:15 Uhr - Wecken 05:45 Uhr - Abfahrt mit dem Motorboot den Fluss abwärts zu den Macaw Clay. Diese Lehmwände im Uferbereich sind lebensnotwendig für die Aras und Papageien. Sie brauchen diesen mineralhaltigen Lehm, um die giftigen Früchte und Beeren, die sie täglich fressen, verarbeiten zu können. Wir steigen vom Motorboot um auf eine Holzplattform, die auf einen Katamaran befestigt ist. Schilfwände und –dach verdecken uns vor den Vögeln. Langsam gleitet das Blind am Seil ungefähr in einem Abstand von 20 Metern am Ufer entlang. Die Sonne geht auf und die ersten Papageien kommen. Kreischend fallen Sie auf die Bäume ein. Grüne Schreihälse mit leuchtend blauen Köpfen. Sie sind zuerst da,
sammeln sich und fliegen dann wie auf Kommando runter an die Wand und picken den Lehm auf. |
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Allmählich kommen auch die großen rot und
grünen Aras und die Scarlett Aras. Sie kommen nicht in Scharen, sondern paarweise, oft auch mit dem Jungen des
Vorjahres. Auch sie sammeln sich in den Uferbäumen, bis sie dann alle zusammen herunter kommen an die Wände. |
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So etwas haben wir bisher noch nie in Natur gesehen. Die Kamera steht nicht still. Nur gut, dass wir das Stativ im Gepäck haben, sonst wären die Aufnahmen mit dem großen Teleobjektiv nicht so gelungen. Schauen Sie selbst ..... Nur das Wetter spielt nicht so mit wie wir es uns gedacht haben. Na ja, vielleicht ein anderes Mal. Doch wir halten es mehrere Stunden hier aus. Frühstücken zwischendurch und genießen unseren Urlaub. |
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Wir beobachten Aras, Tukane und Affen. Hauptsächlich Tamarinden und Kapuzineraffen. Was ist das für ein Geräusch? Richtig! Brüllaffen jagen durch die Äste. Doch langsam wird es dunkel. Wir klettern runter, gehen unseren Weg zurück zum Boot und fahren wieder in die Lodge.
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Heute dürfen wir etwas länger schlafen. Gemütlich frühstücken und dann mit dem Boot zu einem 30 min. entfernten Anleger schippern. Wir wollen am Vormittag eine Tour durch den Regelwald machen, natürlich zu Fuß. Festes Schuhwerk ist angesagt. Gibt es doch Schlangen (Wir haben aber keine gesehen, jedenfalls hat uns keine gebissen.). Auch darf das Spray gegen Insekten nicht fehlen. Haben wir die Wasserflasche dabei? Gut. Dann kann es ja losgehen. Yure sieht überall etwas. Dort sitzen Huazins in den Ästen, da ist ein giftiger grün-schwarzer Frosch, da bringen Blattschneideameisen das Grünzeug nach Hause. Pilze sorgen dann für die Verarbeitung des Blattwerkes. Termiten jeglicher Größe und Farbe kreuzen unseren Weg und ziehen an den Bäumen hinauf zu ihren Bauten. Ein Geräusch von links. Juri lauscht und gibt zu verstehen,
dass dort noch mehr Kapuzineräffchen sind. Leise pirschen wir uns ran. Sehen sie auch, aber vergessen
auf den Auslöser zu drücken ..... Vorsicht vor den Lianen, die teilweise Dornen haben und ab und zu – wenn man nicht aufpasst – an der Kleidung hängen bleiben. |
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14:00 Uhr - Los geht’s mit dem Boot
den Fluss aufwärts. Auf einem Nebenarm bringt uns der Bootsführer zu einem See. Ob wir wohl die großen Flussotter zu sehen bekommen? Langsam gleitet das
Ruderboot am Ufer entlang. Wir hören in den Bäumen um uns herum die Brüllaffen, sehen im Gestrüpp kurz über der Wasseroberfläche kleine Fledermäuse. Aber Otter? Nein, die bekommen wir nicht zu Gesicht.
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Trotzdem ist auch dieser Nachmittag erlebnisreich. Enten, Gänse, Ibisse, Schildkröten und fliegen fangende quirlige Vögel sehen wir im, auf und am Wasser. Nun heißt es aber: schnell zurück zur Lodge. Es beginnt zu regnen. Nur gut, dass wir Regenponchos mitgebracht haben. Einigermaßen trocken gelangen wir zum Boot. Allerdings stehen unsere Stiefel ab vor Dreck. Doch wozu gibt es Wasser zu abwaschen? |
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Der heutige Tag verspricht schön zu werden. Die Sonne kommt strahlend hervor und kein Wölkchen ist am Himmel. Wir sind wieder raus gefahren zum Blind, um nochmals den Aras und Papageien einen Besuch abzustatten. Zuerst ist die Wand grün von kleinen Papageien, dann mischt sich rot und grün hinzu. Die Aras kommen herunter zum Ufer. Nur gut, dass wir genügend Filmmaterial eingesteckt haben ..... |
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Nach einem hervorragenden Lunch mit Tomatensuppe, süßen Kartoffeln, Mais und Fisch dösen wir in der heißen Mittagssonne auf der moskito geschützten Wohnplattform. Doch schon kurze Zeit später steht Jure vor uns. Fertig zur Tour um den Cocha Blanco Oxbow Lake. Zuerst geht es raus auf dem See, dann von einem kleinen Anleger aus durch den Wald. Nur gut, dass Jure die Machete dabei hat, sonst würden uns die Dornen und Lianen ganz schön zusetzen. |
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Montag, 09. Juli 2001 05:00 Uhr - Wecken 05:30 Uhr - Mit gepackten Sachen geht es wieder zurück zum Flugzeug. Jetzt allerdings brauchen wir gut drei Stunden, denn es schippert sich der Fluss aufwärts langsamer. 09:00 Uhr - Eigentlich sollte die Maschine jetzt mit uns starten, aber sie ist noch nicht einmal angekommen. 10:00 Uhr - Da ist sie! Neue Gäste kommen, Gepäck wird ausgeladen und unsere Sachen werden im Flieger verstaut. Was ist das? Sollen wir tatsächlich die altersschwache Gefriertruhe mit
nach Cusco nehmen? Selbstverständlich! Sie ist kaputt und soll dort repariert werden. Zum
Schluss werden auch wir “eingeladen” und ab geht’s auf die Piste. |
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Mittags sind wir im Picoaga Hotel in Cusco. Eine warme Dusche kommt wie gerufen, ist es doch wieder recht kühl hier auf gut 3000 Meter Höhe. Für uns ist jetzt Kofferpacken angesagt. Egal, ob die Sachen sauber oder dreckig sind. Hauptsache wir bekommen alles in die Taschen rein. Das, was wir mitgebracht haben und das, was wir alles gekauft haben. Den Nachmittag bummeln wir noch einmal gemütlich durch Cusco und lassen bei einem Kaffee im Restaurant unter den Arkaden an der Plaza das Leben an uns vorbei
ziehen. Morgen fliegen wir nach Lima. Auch dort haben wir noch zwei Tage zum Verweilen, bis uns dann der Großraumjet zurück nach Deutschland bringt. |
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Vier abenteuerliche und interessante Wochen sind nun vergangen! Schöne Dias werden die Erinnerung ebenso wach halten wie die Geschichten über das (ungeplante) Erdbeben, den schönsten Geburtstagskuchen meines Lebens und die beißwütige Maria im Regenwald. Verabschieden möchten wir uns mit diesem Foto von den Aras am Fluss, die - nachdem sie ihr Frühstück hatten - wieder in den Regenwald fliegen. Wir nehmen - etwas bequemer - das Flugzeug. |
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Auf Wiedersehen Good Bye Adiós |
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