Hier sind wir vom 16. bis 18. Juni und nochmals am Ende unserer Reise vom 10. bis 12. Juli 2001


Die peruanische Hauptstadt ist heute Heimat von ca. acht Millionen Menschen. Wie viele es genau sind, hat sicher noch niemand zählen können. Täglich werden es mehr. Arbeitslosigkeit treibt viele der rund 24 Millionen Peruaner aus dem Hochland und dem Regenwald an die trockene Küste. Dorthin, wo die Möglichkeit des Geldverdienens einfacher zu sein scheint. Auf den rd. 5 % Küstenstreifen Perus leben fast 95 % der Menschen. In dem großen Bereich von 95 % wohnt die restliche Bevölkerung von 5 %. Rücksiedelungsversuche von der Küste ins Landesinnere sind nicht von großem Erfolg gekrönt.

Somit wächst Lima ständig. Lag vor knapp 10 Jahren der Jorge Chávez Flughafen noch entfernt am Stadtrand, so umgeben ihn heute teilweise recht ärmliche Wohngebiete.

Der historische Stadtkern - die Plaza de Armas - ist natürlich Anziehungspunkt der Touristen. Einkaufsstraßen, fliegende Händler, kleine Restaurants und Cafes gehören ebenso zum Stadtbild wie Hostels für Backpacker und Mehrsternehotels für Besucher mit Hang zu mehr Komfort.

 

Lima liegt direkt am Pazifik und dort unten am Meer sind die beiden Stadtteile San Isidro und Miraflores entstanden, in die sich die finanzkräftigere Bevölkerung zurückgezogen hat. Hotels gehobenen Standards sind hier ebenso zu finden wie Flanierstraßen mit Boutiquen, Souvenirgeschäften und Supermärkten. Unser Hotel José Antonio liegt in Miraflores, und wir müssen deshalb mit dem Auto zur Plaza de Armas fahren.

Es ist Sonntag und wie überall auf der Welt, so findet man an diesem Tag viele Peruaner auf der Plaza. Die Kathedrale von Lima ist gelb-weiß geschmückt. Ein besondere Messe wird gefeiert. Eigentlich dürfen dann keine Touristen hinein, doch wir haben einen “Durchschlupf” gefunden. Von innen wird das Gotteshaus nicht ganz so gewaltig wie von außen, aber reich verziert. Etwas abseits stehen wir dann vor der kleinen Kapelle, die den Namen des Stadtgründers: Francisco Pizarro trägt.

 

Pizarro hat den Grundstein Limas am 18. Januar 1535 gelegt. Sein Denkmal steht nahe der Plaza Mayor, wie die Plaza de Armas seit ihrer Renovierung 1997 heißt.

Wir bummeln über die Plaza und durch die Altstadt, lassen uns treiben und gewöhnen uns an die ersten Tage in Peru.
 

10 Nuevo Soles
Das sind in Juni/Juli 2001 ungefähr 5 Mark

Unsere Traveller Schecks lösen wir meistens in den Hotels oder der Banco de Crédito ein. Eingerissene Scheine geben wir sofort zurück, denn oft werden sie von den Händlern nicht angenommen (Falschgeld???). Auch uns hat es erwischt: eine vorsichtige Marktfrau hat mir eine 5-Soles-Münze nicht abgenommen. Wir sehen keinen Unterschied, aber sie merkt sofort, dass die Münze, die aus zwei unterschiedlichen Legierungen besteht, unecht ist. Ein einfacher Trick beweist es: das Geldstück ist nicht magnetisch .....

 

Lima hat viele Kirchen. So stehen wir nun vor dem Monasterio de San Francisco .


Erbaut bald nach der Gründung der Stadt, liegt das Besondere dieser Kirche unter der Erde. Erst im 19. Jahrhundert wurde freigelegt, was sich dort befindet. Es sind die
Katakomben der Stadt, die bis 1810 als Friedhof dienten.

Teilweise noch unerforschte Gänge und Kammern erstrecken sich in einem Labyrinth. Gänge, die in kleinen Kapellen enden und Gänge, an denen sich große Gräber mit den Gebeinen der damaligen Bevölkerung befinden. Es riecht leicht modrig und ein etwas beklemmendes Gefühl kommt dabei schon auf. War ich doch froh, als wir wieder oben an der frischen Luft waren.
 

In Reiseführern wird das Goldmuseum als Highlight eines Lima Besuches beschrieben. Ein privates Museum (der Gründer ist ein peruanischer Botschafter, dessen Vater bereits die Sammelleidenschaft erwischte, und der auf dem Museumsgelände heute noch wohnt), in dem viele Kunstgegenstände vor allem aus der Zeit der Inkas zusammengetragen wurden. Fotografieren ist hier allerdings untersagt .....

Einen Besuch ganz anderer Art ist das Fuerte Real Felipe wert. Die älteste und größte Festungsanlage Südamerikas liegt heute im Hafen von Lima direkt am Meer. Zur Zeit seiner Erbauung war das Gebiet zwischen Festung und dem Ort Lima noch bewaldet und Ackerbau war an der Tagesordnung. Nun hat sich die Stadt bis an das Meer ausgedehnt.

 

Das einstige Bollwerk Spaniens gegen die einheimische Bevölkerung wurde 1826 von Bolivars Truppen zerschlagen. Nun ist es ein historisches Museum mit Kaserne (oder umgekehrt?).  

Junge Männer und Frauen tun hier zwei Jahre ihren Dienst. Während die Männer in der Kaserne auch schlafen, verlassen sie die Frauen um 16:00 Uhr und wohnen außerhalb in der Umgebung. Hauptsächlich kommen die SoldatInnen aus dem Hochland und dem Regenwaldgebieten. Das besondere an ihrer Ausbildung ist, dass sie auch Besuchern der Anlage die historische Bedeutung der Festung erklären. Als wir hier sind, besuchen auch einige Schulklassen das Fort.


Ein weiteres Ziel während unserer Zeit in Lima war der 31 km vor der Stadt liegende Ort
Pachacamac. Es ist die wohl wichtigste Kultstätte an der peruanischen Küste vor der Zeit der Inkas, die dem Gott gleichen Namens gewidmet war..
Heute beweisen die freigelegten Ruinen, dass schon lange Zeit vor der Eroberung die Gegend besiedelt war.

 

Das gesamte Gebiet ist für Besucher geöffnet und beim Rundgang kommt man an dem Palast der Heiligen Frauen, dem Palacio de las Mamacunas vorbei. Das Gebäude ist in den vergangenen Jahren vollständig restauriert worden, um einen Eindruck zu vermitteln, wie zur damaligen Zeit gebaut wurde.

 

Doch auch die Inkas besiedelten später dieses Gebiet. So haben sie z.B. auf den alten Pfaden ihre eigenen Wege angelegt. Ein Teilstück einer solchen Inka Straße führt hier entlang der Küste.

Wohin sie führt, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht entlang der heutigen Panamericana direkt nach Paracas? Das jedenfalls ist unser neues Etappenziel.
Klicken Sie sich einfach mal auf die Straße -->