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11.10.02 Das nächste Ziel unsere Reise ist den Taman Negara Nationalpark. Da wir bis dorthin rund zwei Stunden Fahrt haben und das Boot vom Anleger in Kuala Tembeling erst um 14:30 Uhr geht, können wir die 60 km lange Strecke gemütlich angehen. Der Ort ist für Touristen nur zu einem Zweck interessant. Von hier aus gehen die Boote hinein in den Nationalpark. Die Straße endet hier. Zwischenzeitlich gibt es zwar auch eine Landverbindung, aber die dauert länger und ist schlecht ausgebaut. Warum soll man dann nicht die bequeme Art zu Reisen vorziehen und das motorisierte Langboot nehmen? Unser Gepäck wird mit dem der anderen 8 Passagiere am vorderen bzw. hinteren Ende des Bootes verstaut und es kann losgehen. Am Anfang ist der Tembeling River noch recht breit. Da das eigentliche Gebiet des Nationalparks noch nicht erreicht ist, stehen vereinzelt Gehöfte, kleine Dörfer und Felder an den Ufern. |
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Der Dschungel scheint unberührt. Doch hier und da sieht man die Eingriffe des Menschen deutlich. Nicht nur Pfefferfelder sind es, die sich die Hänge hinauf ziehen, sondern auch Holzeinschläge. Gleich hier vor Ort werden die Bäume in Industriepaletten verarbeitet. Genau wie an den (Land-)Straßen gibt es hier an den (Wasser-) Straßen Richtungsschilder. So erkennen wir genau, wo die Grenzen des Nationalparks liegen. Nun stehen auch keine Dörfer mehr an den Ufern und die Angelboote der Fischer bleiben auch außerhalb dieser Grenzen. |
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Nach zweieinhalb Stunden Bootsfahrt liegt am linken Ufer vor uns der Landungssteg des Taman Negara Nature Ressorts. Rechterhand haben mehrere Restaurantboote festgemacht. Ein reger Fährverkehr zwischen den Ufern bringt Gäste des Ressorts zu den Fischrestaurants und Gäste, die im Dorf ein Zimmer gefunden haben, nehmen das Boot, um im Büro der Parkranger – das auf dem Gelände des Ressorts liegt – ihre Permits zu kaufen. |
| Auch wir –
die wir im Ressort wohnen – benötigen ein Permit. Es kostet pro Person 2 RM
= 0,5 Euro. Auch pro Kamera (5 RM = 1,25 Euro) müssen bezahlt werden und
erhalten ein Permit.
Selamat Datang - Herzlich
Willkommen |
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Und hier an der Rezeption geht das Einchecken schnell und problemlos. Versehen mit den Vouchern für Frühstück, Lunch und Dinner, dem Zimmerschlüssel und einem Adapter für die Stecker unserer Elektrogeräte versehen, machen wir uns auf den Weg durch die traumhafte Anlage und stehen dann ..... |
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..... vor dem Bungalow 39, in dem wir uns für die nächsten Tage häuslich einrichten. Es fehlt an nichts. Selbst ein Regenschirm steht in der Garderobe.
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Ein erster Erkundungsgang in die nahe Umgebung des Ressorts lässt ahnen, welch eine dschungelartige Natur uns hier im Nationalpark erwartet. Erwarten uns auch die in allen einschlägigen Reiseführern angedrohten Blutegel? |
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Der Taman Negara Nationalpark ist 4343 qkm groß und hat eine Ost-West-Ausdehnung von 120 km. Will man von der Nordgrenze des Parks an die Südgrenze, so muss man 60 km zurück legen. Der Park wurde 1930 errichtet und liegt in den heutigen Teilstaaten Pahang, Kelantan und Terengganu.
Ziel von Taman Negara, das einfach nur
"Nationalpark" heißt, ist die Bewahrung der
ursprünglichen Flora und Fauna dieses rund 130 Millionen
Jahre alten Primärurwaldes. |
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Und dann lernen wir Din kennen. Er ist unser Guide für die Tage hier in Taman Negara. Man kann den Park nicht ohne Führer besuchen, und so haben wir schon von Deutschland aus dieses Gesamtpaket „geschnürt“, in dem von der Anreise hierher bis zur Abreise aus dem Park alles gebucht ist. Es haben sich dann noch zwei nette Reisebegleiter zu uns gesellt: Irma und Frank aus Bonn (Oder sollte ich sagen: aus Berlin? Denn dort fühlt sich Irma heimischer....). Wir haben uns mit Din morgen um kurz nach acht Uhr verabredet zu einer Tour in den Dschungel und genehmigen uns (vier) noch einen Drink an der Bar. |
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Die Nacht ist ruhig, nur das monotone Prasseln der Regentropfen auf dem Dach ist zu hören. Doch das lässt zum Morgen nach. Dafür klingt aus dem kleinen Dorf vom anderen Ufer des Tembeling der Muezzin herüber. Wir erinnern uns daran, dass wir in einem islamisch geprägten Land Urlaub machen.
Die Wege allerdings sehen so aus wie auf den
linken Bild.
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Bevor wir also aufbrechen, begutachten wir noch unsere Trekkingkleidung. Stiefel, Socken, lange Hosen, die in die Stiefel reichen. Das soll Schutz genug sein gegen die Blutegel. Din erklärt, dass der kleine Supermarkt im Ressort auch Spray gegen diese Plagegeister hat, aber wir verzichten darauf und hoffen auf die „dichten“ Hosenbeine. Der Hinweis an dieser Stelle sei angebracht: Blutegel treiben meist dann ihr Unwesen, wenn der Lösboden feucht und nicht mehr knüppelhart ist. In dem durch Regen aufgeweichten Boden fühlen sie sich wohl und gehen auf die Wanderer über. Wir haben gelernt, dass ein hiesiger Blutegel 1¾ Stunden braucht, um sich voll zu saugen und abzufallen. |
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Doch das Glück war mit uns. Nur Hubert hatte in der ganzen Zeit einen einzigen „Gast“. Und wie aufgeweicht der Lösboden war, ist unschwer an unseren Stiefeln zu erkennen ..... |
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Din
erzählt uns auf der Tour viel über die Pflanzen des Dschungels und wofür
Einheimische sie einsetzen. Es geht auch ohne Chemie und Pharmazie. Denn
wenn jemand hier in der Wildnis medizinische Hilfe braucht, ist meist die
Dschungelapotheke näher als die von Pharmakonzernen bestückten in der Stadt. Doch die Pflanzen sind nicht nur medizinische Hilfe, sondern haben für die fotografierenden Touristen eine Vielfalt an Formen |
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und Farben zu bieten. Diese
Blätter leuchten |
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344 m hoch
ist der Bukit Teresek, unser
erstes Ziel an heutigen Tag. Der Aufstieg ist zwar nicht schwierig aber
schweißtreibend bei gut 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Hilfe gegen
glitschige Wegstrecken bieten Halteseile an den entsprechenden Stellen. Wer
eine reichhaltige Tierwelt erwartet, wird enttäuscht sein. Großwild hat sich
aus den von Wanderern besuchten Gebieten tiefer in den Dschungel
zurückgezogen. Doch das Zwitschern in den Bäumen lässt auf eine vielfältige
Vogelwelt schließen. Bäume, die fast in den Himmel zu wachsen scheinen. Wir haben schon gewaltige Probleme, mit der Kamera den Gipfel - den Canopy - des Urwaldriesen zu erfassen. |
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Wieder
ein Stück abgestiegen, |
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Dieses Hängebrückensystem von gut 400 m Länge ist eine Attraktion im Taman Negara Nationalpark. Einer der längsten Hängebrückenwege der Welt verbindet die höchsten Baumriesen auf dem Teresek-Hügel. |
| In gut 30
m Höhe geht man auf Holzplanken durch die Gipfel der Urwaldbäume. Sieben
Plattformen lassen ein wenig verschnaufen auf dem Weg über die schwankenden
Brückenteile. Fünf Meter - wie man hier auf dem rechten Bild erkennen kann -
soll der Abstand zwischen den Personen sein, die den Baumwipfelpfad
erwandern. Weit öffnet sich der Blick über den Dschungel. Und wenn man Glück hat, fliegt ein Hornbill – Malaysias Nationalvogel – über uns hinweg. |
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Rechts und links an den Ufern stehen große alte Urwaldbäume. Stundenlang
hätten wir so daran vorbeischippern mögen. Aber nach 45 min. war die Fahrt
vorüber. Aussteigen – das Ufer hoch kraxeln – und noch ein wenig durch den
Dschungel. Dann liegt der Wasserfall vor uns und einem Bad im
Lata Berkoh steht nichts mehr im
Wege. Das Wasser ist recht angenehm temperiert und so lässt es sich
aushalten. Und
richtig: wir sitzen noch gemütlich beim Essen, da kommt vom Himmel runter,
was runter will. Hoffentlich ist morgen früh der Regen vorbei? Wir haben – wie immer – gut geschlafen, obwohl ich meine von Hornissen lädierten Körperstellen immer noch spüre. Sie sind leicht gerötet und brennen. Wer weiß, wie lange ich davon noch was haben werde ….. Doch gleich nach dem Frühstück geht es los. Din holt uns ab, und wir schlagen uns durch den Busch Richtung Gua Telinga, einer Fledermaushöhle. Der beißende Geruch vom Guano steigt uns schon am Eingang entgegen. Und wer es erst einmal geschafft hat hindurch zu kommen, hat genügend Dreckspuren an der Kleidung. Aber das ist nun mal Dschungel.
Gegensätze ziehen sich nun mal an. So haben wir uns für den Nachmittag
wieder einmal mit Din verabredet. Wir nehmen ein ganz flaches langes
Holzboot mit Außenboard-Motor und begeben uns ins Wildwasser des Tembeling.
Rapids Shooting wird das Ganze hier genannt. Nicht ganz so waghalsig
wie vielleicht mit einem Schlauchboot durch Stromschnellen, aber nass bis auf
die Haut sind wir auch. Nur gut, dass wir Kamera und Rucksack wasserdicht
verstaut haben. |
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Aber die Wärme trocknet unsere Sachen schnell während des Besuches einer Orang Asli Siedlung. Das heutige Gebiet des Nationalparks war einstmals Lebensraum dieser Orang Asli Stämme. So leben heute noch einige Batek in einfachen Holzbehausungen an den Flussufern. Teilweise ist dieser nur noch rund 700 Personen zählende Stamm nomadisierend im Nationalpark unterwegs. Zwei Feuersteine - und schon springt der Funken über.
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Erst ein
Flämmchen, Dann kommen Holzspalten in die Glut und das Feuer beginnt zu brennen.
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Zugegeben: das – was wir von ihnen sahen – ist das, was für uns Touristen bestimmt war. Fotos sind erlaubt. Aber bitte nur hier! Wandert man ein wenig hinein in den Dschungel, so kommt man an ihren eigentlichen Hütten vorbei. Und dort sollte jeder Besucher die Privatsphäre dieser Menschen würdigen. Hütten aus einfachen
Schilfwänden, die eher einem spärlichen Unterschlupf vor den starken
Regengüssen des Dschungels ähneln. |
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14.10.02 Der letzte Tag im Taman Negara NP ist angebrochen. Wir packen, frühstücken und lassen unser Gepäck zum Landungssteg des Bootes bringen. Dort liegen schon die Langboote mit den bunten Sitzen und den orangefarbenen Schwimmwesten bereit ..... |
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Um 09:00 Uhr ist Abfahrt. Noch einmal blicken wir hinüber zu den Floating Restaurants in dem kleinen Dorf am anderen Ufer. Und da es bekanntlich stromabwärts schneller geht, brauchen wir auch nur zwei Stunden bis Kuala Tembeling, wo wir dann in den gebuchten Van einsteigen und eine Fünf-Stunden-Tour nach Malakka vor uns haben. |
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Die Tage hier im
Nationalpark waren beeindruckend. Umweltauflagen schützen Flora und Fauna. |
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14.10.2002 |
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