14.10.02 

Wir verlassen das Gebiet des Taman Negara Nationalparks und fahren nach Malakka. Große Gummibaumplantagen erstrecken sich rechts und links der Straße. Der ständig tropfende Saft der angeritzten Bäume wird in ausgehöhlten Kokosnussschalen aufgefangen. Die fünfstündige Fahrt ist nicht gerade abwechselungsreich, aber irgendwie muss man diese Strecke ja überwinden.

 


Natürlich fällt auch – wie sollte es anders sein – der obligatorische Regen am Nachmittag. Es wird schon leicht schummerig, als die Regentropfen auf das Autodach prasseln. Irgendwann scheinen es auch die Scheibenwischer nicht mehr zu packen und die Fahrbahndecke verschwindet unter einer zentimeterdicken Wasserschicht. Es geht nur im Schneckentempo voran. Aber die hiesigen Autofahrer kennen diese Klimawechsel zur Genüge.


 Malakka kommt näher und auch der Regen lässt nach.

Wir checken ein im .....  

  
Erreichbar unter der URL
www.renaissancehotel.com/mkzrn

 

 

Gut, dass wir nicht abergläubisch sind, denn unser Zimmer 1306 liegt im 13. Stockwerk des Hotels.

Nur noch wenige Etagen höher, und wir stehen am Pool. Schauen wir über die Brüstung hinab auf die Stadt, fällt unser Blick auf dem Melakka-River, der sich durch die Stadt schlängelt. In einer seiner vielen Biegungen liegt das alte malaysische Wasserdorf Kampong Morton. Dort liegt ein blühender Garten und inmitten der Blumenpracht steht eine alte Villa. Doch davon später mehr …..
 

Hinter dem ..... 

 

 

Bevor ich weiter von unserer Reise und dem Stadtrundgang in Malakka erzähle, erst einmal etwas zum Thema Oktoberfest.

Selbst hier in Malaysia "verfolgt" uns Preußen dieses Fest der Feste aller Bayern.

 
 

  ..... steht auch warum!



 




Ende des 13. Jahrhunderts wurde Malakka gegründet und ist somit heute Malaysias älteste Stadt mit rund 300.000 Einwohnern. Die Stadt hat einen stark chinesisch geprägten Charakter. Das kommt von dem hohen Anteil Einwohner chinesischer Abstammung.

 

Welches Datum wir heute haben, ist unschwer am obigen Bild eines Kalenders im Cheng Hoon Tempel zu erkennen.

 

Beim Besuch dieses Tempels denkt man sich in China und nicht in Malaysia. Dieses älteste 1646 erbaute buddhistische Heiligtum ist der Göttin der Barmherzigkeit gewidmet. Ihr zur Linken sitzt die Göttin des Himmels, der Fischer und Seereisenden. So merkt man auch hier, dass Malakka direkt am Meer liegt.

 



Dem Tempel geben prachtvolle Holzfiguren ihren besonderen Reiz. Sie sind den „drei Lehren“ gewidmet: Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus. Einstmals wurde das gesamte Baumaterial aus China importiert.

Bummelt man weiter durch die Straßen von China Town, findet man viele Motive für die Kamera …..

Doch Malakka ist nicht nur von Chinesen, Indern und Arabern geprägt, sondern hat auch viel von den Portugiesen, Engländern und Holländern beibehalten.



Gerade, als wir vor der 1753 erbauten Christus-Kirche ankommen, laufen wir einem deutschen Fernsehteam vor die Kamera.

Beim Klönschnack mit dem Aufnahmeleiter holt uns das Tagesgeschehen ein: das Bombenattentat von Bali am 13. Oktober 2002. Ein paar Zeitungsausschnitte aus der malaysischen Presse erinnert uns immer wieder daran .....
 


Was das Fernsehteam aus Deutschland alles filmt, weiß ich nicht. Ist uns auch egal, denn wir wollen Malakka selbst erleben. So sehen wir uns auf dem Platz um.

Ist das tatsächlich Malaysia? Man könnte glauben, irgendwo in Europa zu sein.
 
Gleich neben der steht das grell pinkfarbene   
 
u
nd der unvermeidliche englische Uhrturm. Im Viktoriabrunnen plätschert das Wasser und überall klicken die Kameras reiselustiger Touristen.

Da darf natürlich eine typische Rikscha nicht fehlen. Für den cleveren Fahrer ein lohnendes Geschäft. Braucht er doch nicht mühsam die Gäste von A nach B zu kutschieren, sondern lässt sich und sein Gefährt als Fotoobjekt ablichten.

Klar, wie da die Aufgabenteilung bei uns ist: Hubert tritt in die Pedale, und ich drücke auf den Auslöser der Kamera.

 


Weiter geht es durch die Stadt. Wir erklimmen den Paulshügel. Hier oben steht die Ruine der alten Pauls Kirche, die die Portugiesen 1521 erbaut hatten. Viele alte Grabsteine zeugen von der Anwesenheit der Europäer.
Unten am Hügel lädt der alte Holzbau des Sultanpalastes und das Independence House zum Besuch ein. Es ist fast Mittag und unerträglich schwül. Eine grüne Kokosnuss bringt ein wenig Erfrischung.
 


Wir aber wollen trotzdem zu Fuß weiter. Einfach nur so dahin schlendern durch China Town und die Marktstraßen von Malakka …..

Nun komme ich in meiner Geschichte zurück auf unser Hotelhochhaus und den Blick von oben herab auf den Melakka-River und das kleine Malayendorf Kampong Morton gesehen. Die modernen Hochhäuser scheinen diese idyllisch – vom Wasser umgebenen – Häuser fast zu erdrücken.
 

Mit dem Auto fahren wir ans Ufer des Flusses und überqueren ihn an der alten Holzbrücke, die direkt in das Kampong führt. In einem grünen Garten mit bunter Blumenpracht liegt rund 75 Jahre alte Villa Sentosa. Noch heute im Familienbesitz des Erbauers, begrüßt uns Abdul Rahim Haji Hashim gastfreundlich an der Tür seinen Hauses.

Schuhe bleiben draußen! So ist es im Malaysia Sitte.


Abdul hat seine Villa mit all ihren Kostbarkeiten, Anekdoten und Erinnerungsstücken liebevoll restauriert. Gern empfängt er Besucher aus aller Welt. Seine vielen Gästebücher zeugen davon. Im Wohnzimmer seines Hauses zeigt er uns stolz all die vielen Fotos und Briefe, die er von Nah und Fern erhalten hat. Bald wird auch ein Foto von uns und unserem Besuch in der Villa Sentosa sein aktuelles Gästebuch zieren.

 Schon Abduls Vorfahren waren im Dienste des Sultans. Er hat – als dritter Sohn von 14 Kindern – das Erbe seines Vaters übernommen und ist nun Owner dieses Hauses. Zusammen mit seiner Frau lebt er fast wie im Museum.

                                    

 Die drei Bilder zeigen den Vater und die Mutter von Abdul und den Hausherrn Abdul heute.


Stolz ist Abdul natürlich auf die zahlreichen Besuche seines Sultans. Extra dafür hat er zwei Stühle aufgestellt, die nur für die Sultansfamile bestimmt sind.
 

Und dann gibt es da noch diesen Gong. Nach den Worten von Abdul erfüllt sich jeder Wunsch für den/die, der/die ihn anschlägt. Wir haben es getan und ob sich unsere Wünsche erfüllt haben, verrate ich natürlich nicht .....


Sicher, es gibt spektakulärere Sehenswürdigkeiten. Doch in der Zeit, in der alles schneller – weiter – höher – teurer usw. usw. sein muss, sind solche Idylle nette Lichtblicke auf so mancher Reise.

Langsam geht unsere Zeit im Malakka - und damit in Westmalaysia - zu Ende. Zwei Stunden trennen uns von KL.
 

Doch wie findet man den richtigen textlichen Übergang von Malakka zu unserem nächsten Ziel: Kuching?
Eigentlich einfach: Die weiße Katze rechts neben diesen Text wird in Kuching wieder auftauchen.
Warum? Ganz einfach!
Kuching bedeutet in der einheimischen Sprache: Katze .....

    
 

16.10.2002
Über Kuala Lumpur verlassen wir Westmalaysia und fliegen nach Kuching,
der Hauptstadt von Sarawak.
Kommen Sie also mit nach Ostmalaysia -->