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Jihej holt uns gleich nach dem Frühstück ab. Unser Gepäck für einige Tage im Langhaus ist schnell zusammen gesucht und im Van verstaut. Es liegen nun 6 Stunden Fahrt vor uns ins Landesinnere hinein. 280 km also bis zum Batang Ai Stausee in der Nähe von Lubok Anto. Von dort geht es mit dem Boot weiter. Auf
der Fahrt wird deutlich, dass Sarawak landwirtschaftlich genutzt wird. Das
Land ist größter Pfefferlieferant in Malaysia. Überall an den Straßen
erstrecken sich die an Holzpfählen empor wachsenden Pfefferbüsche. Nur
unterbrochen von Reisfeldern und Bananenstauden. Bei der Ernte noch weich
und grün, verfärben sich die Pfefferkörner nach dem Trocken in harte
schwarze und weiße Körner. |
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| Einen
Zwischenstopp legen wir in Serian
ein. Ein kleiner Ort mit einem großen Bauernmarkt, auf dem alles angeboten
und verkauft wird, was die local peoples auf ihren Feldern anbauen.
Gemüsesorten, von deren Namen wir noch nie etwas gehört oder gesehen haben.
Überall in Malaysia hat unsere Kamera Bild für Bild auf diesen bunten
Märkten eingefangen. Wie wäre es mit einem Marktbesuch?
Auf geht's in die Markthallen von Serian! |
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| Seit einigen Jahren befindet sich am Landungssteg eine Staumauer. Ein Kraftwerk erzeugt Strom für die umliegenden Dörfer und Städte. Langsam und unaufhörlich schiebt sich die Zivilisation in die Tiefen des Dschungels vor. |
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| Wir aber steuern einem außergewöhnlichen Abenteuer entgegen: einigen Tagen – sowie auch Nächten – in dem Langhaus von Sepaya. Doch bevor wir am kleinen, wackeligen Steg anlegen können, müssen wir erst noch eine geballte Ladung ineinander verschlungener Baumstämme passieren. Seit der Errichtung des Stauwerks bilden sich immer wieder solche Ansammlungen von Hindernissen. |
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Schon am
Ufer werden wir lachend von den Kindern der Ibans begrüßt. Schnell ist das
Gepäck ausgeladen und zum Longhouse
hinauf getragen. Natürlich haben wir auch Lebensmittel, Bettwäsche und
Handtücher mitgebracht. Und auch einiges an Süßigkeiten. Dieser junge Mann möchte sofort zu uns kommen, doch Mama sorgt erst einmal für die richtige Kleidung. |
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Es ist gut, dass Jihej bei uns ist. Wie sonst sollten wir uns mit den Iban verständigen? Nur einige sprechen wenige Worte englisch. Und wir können nun mal ihre Sprache nicht. Doch das hat – und dies sei vorweg genommen – unsere Tage nicht negativ beeinflusst. |
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| Das Langhaus ist 200 m lang und beiderseits des offenen – auf Stelzen gebauten – Innenbereiches erstrecken sich überdachte und teilweise durch dünne Wände getrennte Räume für die einzelnen Familien. Es leben hier 52 Familien zusammen. |
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Krüge, in denen alles aufbewahrt wird, was die Menschen in Langhaus zum Leben brauchen. So auch dieser Reis, der auf Strohmatten im Innen des Langhauses getrocknet wird. |
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Nur gut, dass die Ibans der heutigen Zeit da doch schon etwas netter mit Fremden (wie uns!) umgehen ..... |
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Apropos: nutzen! Nicht alle Familie des Langhauses haben in ihrer sehr spärlich ausgefallenen Privatsphäre so etwas wie ein Stilles Örtchen.
Stellen Sie sich – liebe LeserInnen – das bitte so vor: |
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In der Zwischenzeit sind alle wieder von der Feldarbeit zurück. In den Küchen wird das Abendessen gekocht, und die übrigen Familienmitglieder sitzen im großen, überdachten Innenraum. Entweder sind sie mit handwerklichen Arbeiten beschäftigt oder reden nur miteinander. Ich lasse es mir nicht nehmen, beim Kochen zuzuschauen. Als Zugeständnis an die Zivilisation gibt es in der Küche eine kleine Kochstelle, eine Gasflasche und einen gusseisernen Wok. Darin wird nach und nach das gesamte Abendessen gekocht und gebraten. |
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Der Duft steigt in die Nase, und als wir alle - die Familie des Chiefs, Jihej und wir - in der großen Küche auf dem Fußboden sitzen, langen wir ordentlich zu. Hubert und ich sind uns einig: selten fand ein Dinner in solch gediegener Atmosphäre statt und hat so hervorragend geschmeckt. Ein heißer Tee zum Abschluss und frisches Obst haben das Essen zu einem Erlebnis werden lassen. |
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Zivilisation: ein Generator. Und das schürt bei Hubert und mir die Diskussion darüber, ob Tourismus, wenn auch ein sanfter, der richtige Weg ist zum gegenseitigen Kennen lernen. Auf der einen Seite bringen Gäste wie wir Geld in die Gemeinschaftskasse der Langhausbewohner, die sich davon die eine oder andere Annehmlichkeit leisten können. Auf der anderen Seite bringt die eindringende Zivilisation auch Probleme in Form von Müll und schlechten Umwelteinflüssen.
Doch wir haben nicht lange Zeit für
derartige Überlegungen, denn der Abend in dieser Langhaus-Gemeinschaft ist
sehr amüsant und unterhaltend. Schnell sind Musikinstrumente hervorgeholt,
und Jihej erklärt uns die einzelnen Tänze, die, begleitet von den Musikern,
von den Ibans vorgeführt werden. |
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Er ist mit einer Ibanfrau verheiratet und
beide wohnen - zusammen mit zwei kleinen Kindern - in Kuching. Jihej ist
noch im Dschungel geboren, aber die Schule und spätere Ausbildung hat ihn
zum Stadtmenschen werden lassen. Seine Frau ist in Kuching geboren und
aufgewachsen. Und, obwohl beide mit ihren Kindern nur noch Bahasa
Malaysia sprechen, hat Jihej die Sprache der Ibans nie verlernt. So ist
er der Mittler zwischen uns. Ein netter Dolmetscher, der viel über die Ibans,
den Dschungel und die Natur berichten kann. Auch wir müssen viel von
unserem Zuhause, der Familie und dem Leben in Deutschland erzählen. |
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Es ist späte Nacht und die Temperaturen sind erträglicher geworden. Ganz allmählich wird es Zeit zum Schlafen. Aber wo? Es wird uns schlagartig klar: schnell sind Matratzen hingelegt und das Moskitonetz darüber gespannt. Kurzum: etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir haben hervorragend geschlafen ..... |
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18.10.02 und 19.10.02 Die Nacht ist schnell vorbei. Noch bevor die Sonne aufgegangen ist, kräht der Hahn, die Hunde bellen und die Menschen ziehen nach dem Frühstück wieder raus in die teilweise weit vom Langhaus entfernt liegenden Felder. Auch wir stehen auf. Kein warmes Wasser zum Zähneputzen, dafür Vogelgezwitscher auf dem Weg zum Flussufer ..... Danach
finden wir uns wieder alle (die Familie des Chiefs, Jihej und wir zwei) beim
gemeinsamen Frühstück auf dem Küchenfußboden ein. Die warmen Pfannkuchen
mit Bananenfüllung sind ein Gedicht. |
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Mit im Boot sitzt die
Tochter des Bootsführers. Jihej erzählt uns von ihren
hervorragenden Kochkünsten. Und so, meint er, werden wir eine nicht ganz
alltägliche Kochvorführung miterleben. Ein
Klick auf das Bild genügt & eine Kochgeschichte
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Nun, liebe LeserInnen! Haben Sie nach der Kochgeschichte Hunger bekommen? Dann nehmen Sie eine Tasse Tee (oder Kaffee), lehnen sich zurück und klicken den Kessel auf dem Feuer an. Ein
Klick auf das Bild genügt & eine Kochgeschichte
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Wir haben diese Zeit genossen und Erkenntnisse erlangt, die wir sicher so schnell nicht vergessen werden. Die Warmherzigkeit dieser Menschen hat uns groß beeindruckt, und wir denken gern an die Tage im Langhaus zurück. Resümee: wieder zurück im Hotel in Kuching, freuen wir uns über die warme Dusche und die Annehmlichkeiten der Zivilisation. Sollten wir schon so zivilisationsbedürftig sein ?!?!? |
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Sicher erinnern wir uns noch oft an das
gemeinsame Essen rund um die bunten Schüsseln auf den Boden ..... |
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20.10.2002 |
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