26.10.02

Die letzte Nacht in Sutera Harbour Resort war ausgesprochen kurz. Um 04:30 Uhr ist sie vorbei. Selbst das tolle Frühstück, das wir auf dem Zimmer serviert bekommen, weckt nicht all unsere Lebensgeister. Aber es hilft nichts: um 05:30 Uhr ist Auscheckzeit, um die Maschine nach Sandakan zu bekommen.
 


Sandakan ist die ehemalige Hauptstadt Sabahs und liegt 300 km von Kota Kinabalu entfernt. Direkt an der Ostküste Borneos und damit auch die östlichste Stadt von Sabah.

Wir stehen, als wir dieses Bild machen, vor dem buddhistischen Puu-Jih-Shih-Tempel, der im Jahre 187 erbaut wurde. 2 Mio. Dollar hat das Gebäude verschlungen. Dollars, die hauptsächlich von reichen malaysischen und Hongkong-Chinesen gekommen sind.


Rot und Gold überwiegt in dem Tempelbau. Unzählige Drachenköpfe, duftende Räucherstäbchen und hunderte von kleinen Lämpchen geben dem Heiligtum einen besonderen Flair.

Säulen tragen - reich verziert - eine ebenso schöne Holzdecke. An hohen chinesischen Feiertagen ist der Tempel voll von Gläubigen, die nicht nur aus Sarawak und Sabah kommen, sondern auch vom Festland.



Auch das Äußere des Tempels sowie seine Gartenanlage ist sehenswert. Gerade die verschnörkelten Dächer haben es uns angetan. Es sieht so aus, als ob sie mit der Sonne um die Wette scheinen.
Apropos: Sonne. Es ist gegen Mittag, als wir hier oben auf dem Hügel südlich der Stadt stehen und es ist sehr heiß. Wie angenehm wäre da mit einer Abkühlung?


 

Ja, eine Abkühlung können wir jetzt gebrauchen. Auch wenn es nur etwas mehr Wind ist. Und der ist unten in der Stadt am Wasser zu spüren. Wir besuchen das Wasserdorf, den Kampong Buli.

Holzstege ersetzen die Straßen, denn die Hütten der Fischer stehen nicht auf festem Boden, sondern auf Stelzen im Wasser. Die jambatan, die Stege also, verbinden die Häuser miteinander.

 

 




Ob die Fische vom Markt in Sandakan wohl von den
Fischern aus dem Kampong Buli kommen?

 

 

Überall an den Fenstern und Veranden hängen bunte Blumenkästen.

Die Frauen haben sich zum Waschen und Kochen vor die Häuser gesetzt. Ein Schwätzchen miteinander lässt sie sicher ihre Arbeit schneller von der Hand gehen.

Während die Frauen den Haushalt verrichten, sind die Männer mit ihren Booten auf See.



Und mit diesen süßen Kinderbildern aus dem Wasserdorf soll unsere Bildergeschichte aus Sandakan enden. Wir fahren wieder zurück in das Sepilok Nature Resort und genießen einen ruhigen Abend beim Dinner und einem Glas Rotwein. Die Lodge haben wir in den letzten Tagen unseres Urlaubs hier in Sabah gewählt, weil sie recht zentral liegt, um die Sehenswürdigkeiten außerhalb der Stadt zu besuchen.
 

 

 

 

 

 


Von Sandakan aus sind wir rund um die Bucht Richtung Sukau gefahren. Die Straße zieht sich an den bereits beschriebenen - und aus dem Flugzeug gesehenen - endlosen Palmölfeldern entlang.
 


Ölpalmen hat sicherlich schon jeder mal gesehen (zumindest auf Bildern). Doch wie geerntete und im Sammellager auf den Haufen geschüttete Palmölfrüchte aussehen, zeigt das Bild links oben. Ein etwas gewöhnungsbedürftiger Geruch steigt uns in die Nase, aber uns interessieren nun mal diese Ölfrüchte.
Die großen zusammenhängenden Trauben bestehen aus einzelnen kleinen rot-orangen Früchten, die einen Kern in sich tragen. Aus diesem Kern wird später das Öl gewonnen.

Der Halt an dieser Sammelstelle war ein willkommener Stopp auf unserer Fahrt. Doch irgendwann  kommt dann endlich der ersehnte Abzweig auf eine schmale Seitenstraße. Jetzt ist es nicht mehr weit zu den Gomantong Caves.

Wie schon in den Niah Caves bei Miri, so brüten auch hier unzählige Salanganen. Der Weg vom Wildlife Office zu der Höhle hinauf führt über einen Holzplankenweg und zahlreiche Stufen.



Doch loslaufen kann man erst, nachdem die Tickets gekauft sind (die Kosten dafür können vernachlässigt werden) und Permits für Kamera und Video-Camcorder. Diese Preise dafür sind allerdings „gesalzen“, denn für die Kamera haben wir 30 Ringits = 7,5 € und für den Camcorder gar 50 RM = 12,50 € gezahlt. Na ja …..!
 

 

Vor der Höhle haben die einheimischen Nestsammler einige Hütten gebaut, damit sie – wenn Saison ist – nicht ständig den mühsamen Weg von ihren Dörfern hierher machen müssen. Doch zur Zeit unserer Reise ist eben keine Saison.

Nur in den Monaten April/Mai und August/September kann man den Männern bei der Arbeit zusehen, wenn sie an selbst geflochtenen Leitern hinauf zur Höhlendecke steigen. Sie haben dabei lange Bambusstangen, an deren Ende kleine Körbe mit Lichtern befestigt sind, damit die Höhlendecke ausgeleuchtet werden kann und die Vogelnester zu sehen sind.

 


Wie gesagt, es ist derzeit keine Saison. So
treffen wir in der Höhle nur andere Touristen auf dem Holzplankenweg, Salanganen in luftiger Höhe und tausende von Kakerlaken an den Wänden der Höhle. Ein nicht gerade appetitlicher Anblick. Auch ist der unangenehme strenge Geruch von Guano nicht jedermanns Sache, denn der Kot tausender Vögel liegt verteilt auf dem gesamten Boden.

Nur gut, dass wir über die Holzplanken gehen können. Allerdings sind auch sie recht schmierig von der Feuchtigkeit und den Exkrementen. Es gibt zwar ein Geländer, aber in der Dunkelheit mag man es nicht anfassen. Die Kakerlaken krabbeln überall herum.



Doch was in uns ein wenig Ekel hochkommen lässt, ist für die Menschen hier das tägliche Brot. Die Männer verdienen gut mit der Sammlung der Vogelnester.
Man kann allerdings geteilter Meinung sein, ob es naturseitig sinnvoll ist, den Vögeln die Nester zu nehmen, und ob anderseits Menschen unbedingt eine Suppe daraus kochen müssen, für die man auch noch immenses Geld bezahlen muss.

Ich muss schon zugeben, dass ich froh war, wieder an der frischen Luft zu sein und richtig durchatmen zu können. Es fängt an zu regnen, als wir wieder Richtung Gate ziehen. Nun ist auch der Holzplankenweg durch den Wald etwas schmierig geworden.

Doch nichts ändert sich hier so schnell wie das Wetter. Kaum hat der Regen nachgelassen, kommen die Tiere wieder hervor, und es stört sie überhaupt nicht, wenn wir Touristen an ihnen vorbei gehen.

   


 


Nachdem wir die Gomantong Höhlen verlassen haben, liegt nochmals eine etwas eintönige Autofahrt vor uns. Wieder säumen große Palmölplantagen rechts und links die Straße. Aber auch diese Wegstrecke ist einmal zu Ende, und wir biegen in einen kleinen Sandweg ab, der uns direkt an das Ufer des Kinabatangan bringt.

Dort unten gibt es außer dem Landungssteg mehrere Bungalowanlagen unterschiedlicher Preisklassen. Doch uns bringt das Boot quer über den Fluss zur Riverlodge, die zur Wildlife Expeditions Agentur gehört. Die kleinen Hütten liegen versteckt unter Bäumen und das Restaurant sowie ein "Wohnzimmer-Bungalow" laden zum Verweilen ein. Vielleicht sollte ich den Wohnzimmer-Bungalow erklären: es ist ein gemütlicher Raum mit großem überhängenden Dach (wegen der ständigen Regenfälle) und halbhohen, nach oben offenen, Wänden. Bequeme Sessel sind wie zum Relaxen geschaffen.



Oder zum Schauen auf das Treiben im Fluss. Da es nun mal keine Straßen gibt, wird alles, was zu befördern ist, auf dem Wasserweg zum Zielort gebracht. So wie hier der LKW.


Nach der Hitze des Mittags geht es ins Langboot. Langsam und ruhig gleiten wir den Fluss entlang und biegen in einen der vielen Seitenarme ein. Im Nu sind wir mitten in einem Wasserparadies. Die Uferböschung zieht sich weit in den Fluss hinunter. Wasserhyazinthen blühen und verbreiten sich - wie fast überall auf der Welt - an den Ufern.

Die Kamera klickt ständig, denn die Sonne, die durch die Bäume scheint, sorgt für immer neue Motive. Schön, dass der Fluss sich recht weitläufig durch die Gegend schlängelt und nicht allzu viele Touristen den weiten Weg hierher gefunden haben. So gleiten wir durch eine fast lautlose Stille.



Eine Stille, die nur durch Geräusche des Waldes, oder, wie auf den linken Bild zu sehen, durch das Flügelschlagen des Kingfishers unterbrochen wird, wenn er blitzschnell ins Wasser stürzt, um sich seine Mahlzeit zu holen.


Unsere Blicke richten sich ständig nach oben in die Baumgipfel. Wir halten Ausschau nach Langschwanzmakaken, ihren kurzschwänzigen Artgenossen und den futuristischen Nasenaffen.

Doch nur die Makaken lassen sich sehr schnell sehen. In großen Gruppen hangeln sie sich durch die Bäume. Ab und zu kommen sie zum Saufen bis auf die Wasserfläche herunter, huschen dann aber wieder in die höheren Regionen der Bäume zurück.

Doch wo bleiben die Nasenaffen? Es wird schon leicht schummrig, und wir befürchten, dass uns das Fotografenglück verlassen hat. Aber unser Bootsführer kennt sich in den Gewässern aus und in den Gewohnheiten dieser Affen der alten Welt.



Vor uns - und strategisch günstig - sitzt der Pascha einer Nasenaffenfamilie auf einem weit ausladenden Ast eines Urwaldbaumes. Seine riesige Nase leuchtet rot mitten im Gesicht. Männchen haben eine lange, nach unten hängende Nase; die Weibchen hingegen eher eine "niedliche Himmelfahrtsnase".

Mit ihren langen Schwänzen scheinen sie auf den Ästen das Gleichgewicht zu halten. Aber wenn sie weiterziehen, sind sie geschickte Springer durch die Baumkronen.

   

Gerne würden wir länger dieser Affenfamilie zusehen, aber es wird immer dunkler, und es liegt noch eine  3-Stunden-Fahrt zurück Richtung Sandakan vor uns ins Hotel. Die Bootstour war ein Erlebnis und hat sich gelohnt (trotz der weiten Anreise).

Wir verlassen wir also den Kinabatangan River .....
 

..... und fahren in das Sepilok Nature Resort,
denn dort warten die Orang Utans -->