ir haben den Rückflug von Kuala Lumpur nach Frankfurt dazu genutzt, die Stunden des

Zwischenstopps in Dubai für eine Stadtbesichtigung zu verplanen. Grund für diesen Stopover ist die Tatsache, dass die Airline der Vereinigten Arabischen Emirate uns das beste Angebot gemacht hat. Auf dem Hinflug betrug der Stopp in Dubai lediglich knapp 2 Stunden. Doch auf dem Rückflug sind es nun 12 Stunden.

Also: raus aus dem Airport - rein ins Hotel zum Frühstück - und ab auf eine Stadtbesichtigung mit netter Begleitung.

Bejaoui Salah ist unser Guide für einen Tag. Seine deutschen Sprachkenntnisse sind hervorragend, und wir erfahren von ihm nicht nur Dinge, die man gewöhnlich einem Touristen von seiner Stadt erzählt, sondern auch Dinge, die den Menschen in Dubai und den Emiraten wichtig sind.
Dubai ist mit 4000 qkm übrigens das zweitgrößte Scheichtum der Vereinigten Arabischen Emirate.
Die VAE wurden 1971 aus sieben Scheichtümern zusammengeschlossen; Abu Dhabi ist die gemeinsame Hauptstadt.
Link zur Landkarte der VAE

Auffällig ist die moderne Skyline der Stadt, in der der größte Teil der ca. 850.000 Einwohner des Scheichtums lebt. Rund 85 % der Einwohner sind Ausländer, die zum überwiegenden Teil aus Indien, Pakistan und Sri Lanka stammen. Auch ungefähr 3000 Deutsche leben hier. Was in nur 40 Jahren aus einem kleinen Ort so alles werden kann, ist hier perfektioniert worden. Hochhaus an Hochhaus, pulsierendes Leben in den großen Kaufhäusern und hübschen (auch teuren!) Boutiquen.
 

berall werden neue Straßen gebaut, bzw. die alten Fahrbahnen erneuert. Freundlicher – so meinen wir – entschuldigt sich kein deutsches Straßenverkehrsamt für die evtl. Unannehmlichkeiten, die bei der Renovierung dem Autofahrer entstehen können.        

leich zu Beginn unserer Tour haben wir Bejaoui erzählt, dass wir keine Museumsbesucher sind, sondern lieber Land und Leute erleben möchten. Doch er winkt ab und besteht auf dem Museumsbesuch und kommt dabei völlig ins Schwärmen von diesem Zeugnis der Geschichte. Er verspricht ein besonderes Erlebnis. Und das ist es dann auch: das Dubai Museum im Al Fahidi Fort, der ältesten Festung Dubais. Ein 3D-Museum sozusagen erwartet uns. In den nachgebauten Szenen aus der Vergangenheit des Emirates wird mit moderner Technik eine mehrdimensionale Welt geschaffen, die zum Greifen nahe und lebensecht wirkt.
 

Betritt man den Gewürzladen, so duftet es nach Weihrauch und anderen orientalischen Gewürzen.

Verlässt man die Stadt, so suggeriert der Sand unter den Füßen, die erfrischende Kühle und der leichte Wind sowie der schwarze, mit Sternen bedeckte Himmel ein traumhafte Wüstennacht. Selbst die Geräusche aus allen Richtungen lassen ein Wüstenfeeling aufkommen.

Selbst das Blau der Tiefsee ist greifbar nahe, wenn man durch den Raum der Perlenfischer geht.  Man steht mit einem Male dicht neben einem tauchenden Mann, der mit einfachen Mitteln minutenlang unter Wasser nach den kostbaren Perlen sucht.

 


Frage:

Was ist das auf dem Foto?
Antwort:

Ein Windturm in einem Wüstenhaus.

Dieser Windtürme sind zu Beginn des vorigen Jahrhunderts von persischen Kaufleuten mit nach Dubai gebracht worden. Sie siedelten alle zusammen an einem Ort und nannten ihn „Bastakiya“. 15 m hoch sind diese Windtürme, die nach allen vier Seiten offen sind. So entsteht eine „Klimaanlage“, die ständig kühle Luft ins Innere der Häuser leitet.
Bastakiya
liegt heute übrigens im alten Stadtteil Deira.




 


Vom Museum aus fahren wir erst einmal in Richtung Burj Al Arab-Hotel. Steht man erst einmal vor der teuersten Herberge der Welt, so sieht sie noch imposanter aus als auf den Bildern, die wir zu Hause davon gesehen haben. Wer kann schon auf einem solch tollen Hubschrauberlandeplatz (ist oben links "vor" dem obersten Stockwerk zu sehen) wieder die Füße auf den Boden setzen?

Und wer nicht weiß wohin mit dem Geld, kann sich ja in eine der zwei Royal-Suiten einmieten, die eben mal 780 qm groß sind.

orbei geht es an Moscheen, Schulen und hübschen Wohnhäusern. Bejaoui erzählt, dass der heutige Sultan die Zukunft des Landes nicht nur im Erdöl sieht, denn irgendwann werden diese Geldquellen auch mal versiegt sein. Dann braucht das Emirat andere Einnahmequellen. So wird Wert auf gute Ausbildung gelegt. Schon heute sind mehr als die Hälfte der Studenten junge Mädchen. Und sie studieren nicht nur "weibliche" Berufe. Ihnen steht die ganze Wirtschaft offen.

Man sieht zwar in den Straßen Frauen mit Schleier. Doch das hat teilweise mehr mit der Herkunft als mit dem Glauben an sich zu tun. Logisch, dass gebildete Frauen heute intensiver den Koran lesen, in dem nichts von absoluter Verschleierung steht.

Und wie sieht das mit dem Thema der Vielehe aus? Bejaoui winkt ab. Auch das sieht der Koran nicht in jeder Konsequenz vor. Heute muss eine verheiratete Frau in Dubai einer Ehe Ihres Mannes mit einer zweiten Frau zustimmen. Tut sie es nicht (zustimmen!), und tut er es doch (heiraten), kann sie sich scheiden lassen. Diese Gesetzeslage gibt eine Frau in Dubai das Recht auf Scheidung. Die heute noch gezahlte Mitgift bei Heirat, die von der Familie der Frau verwaltet wird, ist nach einer derartigen Scheidung Ihr finanzieller Rückhalt.

Noch etwas zum Thema Ehe: heiratet ein Mann aus Dubai eine Einheimische, so hat diese neue Familie Anspruch auf eigenen Wohnraum und eine Mitgift von der Regierung verhilft zu einem leichteren gemeinsamen Start. Aber auch im täglichen Leben ist die kostenlose Versorgung mit Trinkwasser und der minimale Betrag für das Benzin des eigenen Autos auch nicht zu verachten.
 

ubai ist Hafenstadt. Die Schiffsanleger sind riesig und die großen Öltanker legen ständig an, werden beladen und legen wieder ab. Nachdem Mitte der 50er Jahre das erste Öl vor der Küste gefunden wurde, geschah dieses noch mit Hilfe der Amerikaner. Doch sehr schnell (und zwar schon mit dem ersten beladenen und Dubai verlassenen Öltanker) hat der damalige Scheich die Ölförderung und -vermarktung in die eigenen Hände genommen und Dubai unabhängig von der Hilfe (und auch von der Einmischung) anderer Staaten gemacht.
 

Wir aber bummeln weiter durch die City und sehen uns im Hafen um. Am Creek liegen Abras, die Wassertaxis. Eins davon bringt uns ans andere Ufer. Lautstark werben die Bootführer um Kunden Der 12 km lange Creek (Wasserarm) trennt die beiden Stadtteile Bur Dubai und Deira und dort beginnt die Altstadt. Lebhaftes Basartreiben fängt uns in der Beni Yasi Road ein. Und der Duft strömt aus unzähligen kleinen Geschäften der Händler im Gewürzsouk. Wer kennt schon die Namen all dieser farbenfrohen Gewürze? Wir kaufen Safran. Bei uns in Deutschland schon eine kleine Kostbarkeit, sind die kleinen Blütennarben des gelben Krokus hier erschwinglich. Und ich kann zu Hause in der Weihnachtszeit mein Gebäck nach dem Rezept meiner Oma backen.


Deira hat noch mehr orientalisches Basarleben zu bieten: den Goldsouk. Er gilt als der größte in der arabischen Welt. Vor so viel glitzernden Ringen, Armreifen, Ketten und Ohrgehängen kapituliere ich. Was soll man da kaufen? Außerdem sind mir die meisten Schmuckstücke zu protzig. So belassen wir es bei zwei niedlichen Halsketten und goldenen Anhängern. Ein kleiner Elefant wird den Hals von Celia tragen und ein kleiner Fisch den von Luisa. Beides unsere Enkeltöchter, die sich darüber freuen werden  (Anmerkung: das haben sie auch!). Als wir nach langem Suchen uns für diese Kettchen entschieden haben, landen sie auf der Goldwaage. 18 und 20 Karat hat das Gold, das hier nach Gewicht bezahlt wird.
 

Wenigstens auf dem Foto kann mann/frau im Gold schwelgen ...

Doch es genügt auch nur ein Klick darauf, und schon haben Sie freie Fahrt durch unsere Diaschau mit Bildern aus Dubai.


llmählich wird es Zeit für die Rückkehr zum Flughafen. Schade, denn Dubai ist eine Reise wert, und das nicht nur für wenige Stunden. Sicher kommen wir einmal wieder und vielleicht treffen wir dann erneut auf Bejaoui, der uns als netter Begleiter diesen Tag durch seine Stadt geführt hat.

Wieder am Airport, gehen wir geradewegs durch den Eincheckschalter. Wir haben ja schon unsere Bordkarten in Kuala Lumpur bekommen. Und der freundliche Beamte an der Passkontrolle winkt uns einfach durch.

Da auch das Gepäck bereits in KL nach Frankfurt durchgecheckt ist, können wir direkt in die wartende Maschine.

In 15 Minuten geht es nun also „Richtung Heimat“.